Unter Oberflächeneigenschaften versteht man die Topographie (geometrische Struktur der Papieroberfläche) und Oberflächenfestigkeit des Papiers. Sie prägen den visuellen Eindruck und die Haptik des Papiers.
Papierglanz
Der Glanz des Papiers ist ein optischer Eindruck, den man bei der Betrachtung der Oberfläche wahrnimmt. Dabei empfindet man ein Papier umso glänzender, wenn der maßgebliche Teil des auftreffenden Lichtes gerichtet, und nur ein geringerer Teil diffus reflektiert wird. Messtechnisch wird mit Glanz die Menge des gerichteten Lichts bezeichnet, die von einer Papieroberfläche reflektiert wird. Üblicherweise wird die Papieroberfläche unter einem Winkel von 75° beleuchtet und das reflektierte Licht in einem Winkel von 75° gemessen.

Am gebräuchlichsten ist die Messung des Glanzes nach den Messverfahren Hunter und Lehmann, die jedoch nicht miteinander vergleichbar sind. Dass beide Verfahren zum Einsatz kommen, ist zum einen auf geschichtliche, zum anderen auf geografische Ursachen zurückzuführen. So wird in Mitteleuropa der Papierglanz üblicherweise nach Lehmann gemessen. Glanz ist ein wichtiges Merkmal für die Beurteilung der Qualität eines Druckbildes auf der Papieroberfläche. Auch auf mattem oder seidenmattem Papier kann jedoch ein hochglänzendes Druckbild erzeugt werden, wodurch ein stärkerer Kontrast zwischen Abbildungen und anderen Druckelementen erzielt wird.
Rauigkeit
Die Rauigkeit charakterisiert die Unebenheit bzw. Topographie der Papieroberfläche. Je stärker Profilhöhen und -tiefen ausgeprägt sind, desto rauer ist ein Papier. Die Messwerte für die Rauigkeit oder Glätte nach Bendtsen bzw. PPS (Parker Print-Surf) eines Papiers werden durch die Menge an Luft bestimmt, die innerhalb einer bestimmten Zeit unter definierten Bedingungen zwischen einer definierten flachen Oberfläche und der Probenoberfläche hindurchströmt. Bei ungestrichenen Papiersorten wird die Rauigkeit nach Bendtsen angegeben,
bei gestrichenen Papieren nach PPS.

Eine hohe Oberflächenrauigkeit reduziert die Druckqualität. So wie es verschiedene Landschaftsformen gibt, gibt es auch sehr unterschiedliche Papieroberflächen. So sind etwa bei ungestrichenem Papier die Poren zwischen den einzelnen Fasern relativ groß, so dass die Oberfläche wie eine Landschaft mit Bergen und Tälern wirkt.
Trockenrupffestigkeit
Die Trockenrupffestigkeit ist eine wichtige Eigenschaft von gestrichenen Bogenoffsetpapieren zur Beurteilung der Rupfwirkung in der Druckmaschine. Sie besagt, wie gut der Strich in sich und in Verbindung mit dem Basispapier gebunden ist.
Beim Offsetdruck treten enorme Zugkräfte durch die Filmspaltung der Druckfarbe, sowie Adhäsionskräfte des Gummituchs auf. Durch diese Krafteinwirkung besteht das Risiko, dass einzelne Fasern, Füllstoffe oder ganze Strichflächen herausgerissen werden können.
Die Messung erfolgt mittels der Labordruckmaschine. Dabei wird ein Rupfen zwischen Papier und Druckfarbe mit verschiedenen Druckgeschwindigkeiten nachgestellt (siehe Bild unten). Zu hohe Druckgeschwindigkeiten (3 m/s) oder ein zu hoher Tack (Klebkraft bzw. Zügigkeit) der Farbe können sogar zum Spalten des Rohpapiers führen.

